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Meine lieben Kinofreunde,

es ist vollbracht. Die 82te Oscarverleihung ist zu Ende und ich muss ganz ehrlich sagen: Ich auch! Es war ein ganz schöner Ritt in diesem Jahr, aber wir haben unser Bestes gegeben, um eine tolle Show hinzulegen.

IMG_4076Am besten ich fange ganz von vorne an. Die Position ist, wie man im englischen so schön sagt “key”. Wenn man auf dem roten Teppich gut steht, kann man auch alle Stars bekommen, die man haben möchte. In diesem Jahr standen wir an einem Platz, der würde ich mal sagen, suboptimal gewesen ist. ABC, der nationale Broadcaster, hat sich natürlich die besten Plätze geschnappt und wie ich schon vor einigen Tagen erzählt habe, waren es insgesamt 6 an der Zahl. Das hat dazu geführt, dass die Stars Stunden bei ihnen verbracht haben und dadurch natürlich nicht zu den restlichen Teams kommen konnten. Dank der Hilfe von Scott Orlin haben wir aber viele vor unsere Linse bekommen. Technische Probleme haben dann noch dafür gesorgt, das bei uns das Adrenalin noch schneller und länger durch die Adern pumpte. Das ist Fernsehen und deshalb liebe ich die “live” Situation so unglaublich, denn man weiß nie, was passiert. Jetzt zu den Stars: Zoe Saldana, Quentin Tarantino, Amanda Seyfried, Zac Efron, Diane Kruger, Jeremy Renner, Sandra Bullock, Hellen Mirren, Christopher Plummer, Christoph Waltz, James Cameron, Mo’Nique, Mariah Carey, Sam Worthington und noch einige mehr, haben bei uns angehalten. Bei Sandra Bullock wusste wir, das sie Gummibärchen mag, also haben wir Gummibärchen besorgt, die sie uns dankend aus den Händen gerissen hat. Eine Sache habe ich aber noch zusätzlich gelernt: nicht die Parties nach den Oscars sind das Highlight, sondern die am Abend davor. Beide, James Cameron und Quentin Tarantino, haben es mit ihrem Cast richtig krachen lassen und die jeweilige Bar bzw. das Restaurant gerockt. Bei Quentin hat man das dann bei der Oscarverleihung mehr gesehen, als beim Überregisseur. Die Krawatte des “Inglourious Basterds“-Machers hing schief, war zu kurz und sein Haar zersaust, aber warum nicht.

Ansonsten kam die Verleihung für mich sehr bieder und langweilig herüber. Nichts wird mehr dem Zufall überlassen, Platz für Emotionen gibt es fast nicht mehr. Die Bühne war zwar superstylish, aber kalt und die Tanznummer zur Kategorie “Bester Song” war extrem altbacken. So etwas gehört nicht mehr zu einer modernen Oscarverleihung. Die Moderatoren waren gut, aber unterfordert, nur ab und zu ist das Improvisationstalent von Steve Martin und Alec Baldwin aufgeblitzt, gerne mehr davon. Spannend war das Rennen zwischen “Avatar” und “Tödliches Kommando“. Wer hätte gedacht, dass es so klar ausfallen würde. Der erfolgreichste Film aller Zeiten, gegen den von der Kritik hoch gelobten, aber an der Boxoffice gefloppten Streifen der Ex-Frau von James Cameron.

IMG_4078Kathryn Bigelow, ist ohne Zweifel eine fantastische Regisseurin, aber dass der Film gleich 6 Statuen mit nach Hause nimmt und das auch noch in den 3 Wichtigsten (Beste Regie, Bestes Drehbuch und Bester Film), hätte ich nicht gedacht. Aber so ist es nun mal und spannend war es definitiv. Jetzt rocken die Gewinner und sicher auch Verlierer die fielen Parties hier in Hollywood. Natürlich auch die genau gegenüber von meinem Hotel, die Vanity Fair Party. Morgen wird dann noch ein bisschen darüber geplaudert, wer hätte gewinnen können und müssen und wer das Rennen dann am Ende doch gemacht hat. Was mich auf jeden Fall noch zu Christoph Waltz bringt. Was für ein Schauspieler, aber am Teppich konnte er, egal wie gut er ist, seine Emotionen nicht verbergen. Die Last der große Favorit zu sein, lag schwer auf seinen Schultern. Ein bisschen zittern und Aufregung konnte man sehen. Umso erleichterter war er schließlich, als er den Oscar in den Händen hielt, verdient hat er es. Enttäuschung bei den anderen Nominierten von “Das weiße Band“. Dennoch ein Riesen-Erfolg für den deutschsprachigen Film.

 Mein Fazit: Rock N Roll am Teppich und zurückhaltende Stimmung bei der Verleihung, ich hoffe das im nächsten Jahr auch ein bisschen mehr Pfeffer in der Show steckt. Mein Weg führt jetzt noch in ein nettes Diner mit dem Rest der Crew auf dem Sunset und dann geht es ab ins Bettchen.

Bis bald,

Liebe Grüße

Aus Hollywood

Euer Steven Gätjen

Meine lieben Kinofreunde,

heute etwas kürzer, da der große Tag bevor steht und ich noch unglaublich viel machen muss.

IMG_4060Heute waren wir am roten Teppich und haben uns mal ein Bild vor Ort gemacht. Wie man sehen kann, ist das Wetter leider Gottes eine Vollkatastrophe, aber es soll besser werden. Drückt uns die Daumen. Momentan steht noch ein großes Zelt auf dem roten Teppich, damit kein Star oder Sternchen nass wird. Das Problem damit ist, es dauert knapp 3 Stunden, es abzubauen. Das heißt, die Academy muss sich spätestens um 10 Uhr morgens entscheiden, ob sie das Risiko eingehen wollen, es abzunehmen und dann vielleicht im Regen zu stehen. Ich habe in der Vergangenheit schon oft versucht zu erklären, wie es vor Ort aussieht und was da alles los ist. Manchmal sagen Bilder mehr als Worte. Jedes kleine weiße Schild steht für ein Fernsehteam, wenn man Glück hat, bekommt man 2 Schilder nebeneinander. Da wird nichts abgetrennt, man versucht sich seinen Platz zu erhalten, das ist ganz wichtig. Es wird auf jeden Fall ein ganz schönes Gedränge.

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Eins muss man der Academy und auch den Bauherrn des Kodak Theatre lassen: Sie sind sich sicher, das die Oscarverleihung noch lange in diesem Gebäude stattfinden wird. Am Eingangsbereich hängen mehrere Plaketten mit Jahreszahlen, auf die der Name des Films, der die Kategorie “Best Picture” gewonnen hat, eingetragen wird. Wie man unschwer auf dem Bild erkennen kann, geht es hier bis weit über die Hälfte dieses Jahrhunderts. Bei 2060 steht dann bestimmt „Avatar 25“. Aber erst mal muss ja der erste Teil bei den Academy Awards eine solche Statue in klein gewinnen. Es wird auf jeden fall spannend und ich hoffe ihr seid dabei, live auf Pro7. Am Montag gibt es dann alles über den Wahnsinn am roten Teppich in diesem Blog zu lesen.

Bis dahin, liebe Grüße aus Hollywood

Euer

Steven Gätjen

Meine lieben Kinofreunde,

IMG_4032so langsam aber sicher geht es rund hier in Hollywood. Die Stars laufen so langsam ein in die Stadt der Engel und es gibt viele spannende neue Geschichten. Wie ich heute von einem amerikanischen Fernsehproduzenten erfahren habe, ist das Wochenende vor den Oscars, ein so genanntes „Tabu Wochenende“ für alle männlichen und weiblichen Superstars. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz der Manager, ihre Schützlinge nicht an die Öffentlichkeit treten zu lassen, da die Narben der Schönheits - OPs, die rote Haut vom Peeling und die Stirnfalten vom Botox, noch nicht ganz verschwunden sind. Jedes Event das also an diesem Wochenende stattfindet, muss also um die paar Promis kämpfen, die sich nicht vorher haben ummodellieren lassen. Ein weiterer Trend in diesem Jahr ist, das die Schauspielerinnen, mittlerweile Geld dafür verlangen, das sie Schmuck tragen. Chopard, H. Stern und wie sie alle heißen, geben nicht nur millionenschwere Diamentcolliers und Ringe an die Damen, sondern auch noch einen richtig fetten Check.

IMG_4030Heute war schon einmal großes Schaulaufen auf dem roten Teppich der 82ten Oscarverleihung, für die Filme aus der Kategorie “Bester nicht englischsprachiger Film“. Michael Haneke, Regisseur und Mastermind hinter “Das weiße Band” hat meiner Kollegin Annmarie Warnkross Rede und Antwort gestanden. Anschließend war für uns natürlich wichtig herauszufinden, wo unsere Position bei dem Journalistenmeer am Teppich sein würde. Der Teppich hat sich in diesem Jahr ein bisschen verschoben. Der amerikanische Fernsehsender, der die Rechte hat und gemeinsam mit der Academy verkauft, hat natürlich das Sagen und meist bis zu 6 Positionen auf und neben dem Teppich. Sie bekommen natürlich alle vor die Kamera, die sie wollen und das wird von Anfang an durchgetaktet und nichts dem Zufall überlassen. Wenn sich jetzt wieder ein paar Zuschauer fragen, warum ABC alle hat und wir vielleicht nicht, dann lautet die Antwort ganz einfach: Weil sie nichts dafür machen müssen, die Stars müssen bei Ihnen stoppen, das ist meist sogar vertraglich so festgelegt. Trotzdem bin ich mit unserer Position am Teppich happy, wie man sehen kann.

IMG_4036Neben uns sind wieder die Kollegen von Fox und mit denen haben wir uns die letzten Jahre immer gut verstanden. Beim rumschauen habe ich noch einen sehr geschätzten Kollegen, Pierre Geissensetter vom ZDF getroffen, der ebenfalls gemeinsam mit seinem Team rund um die Academy Awards dreht. Ganz wichtig ist bei der Position am roten Teppich, natürlich das Team. Wieder dabei Kameramann Peter und  Tonmann Martin (zum ersten Mal dabei). Mit denen ich heute am Hollywood Zeichen eine Sendung aufgezeichnet habe.

IMG_4046Am Abend gab es einen Empfang des Medienboard Berlin-Brandenburg, die bei den 82ten Oscars insgesamt 13 Oscar Nominierungen  für 4 Filme, die sie unterstützt haben, erhielten. Dazu gehören: Inglourious Basterds, Das weiße Band, Ein russischer Sommer und Ajami. Ein gut gelaunter Quentin Tarantino kam vorbei, der mir versicherte, das er am Sonntag bei uns am roten Teppich vorbeischaut. Und natürlich Christoph Waltz, für den ich jetzt hier gerne eine Lanze brechen möchte. Wahnsinn, was der für ein Tempo in den letzten Monaten hingelegt hat. Bevor „Inglourious Basterds“ und Quentin Tarantino kamen, sagte er in einem Interview, war er mit dem Schauspielbusiness unzufrieden und frustriert. Wen man gesehen hat, was dieser Mann zu leisten im Stande ist, in der Rolle des Hans Landa, dann kann man diese Verzweifelung verstehen. Mir ist es immer wieder ein Rätsel, dass es bis dato anscheinend niemand geschafft hat zu erkennen, was in diesem Mann steckt. Natürlich hat er in der Vergangenheit schon gezeigt, was er kann, aber erst Quentin Tarantino hat es aus ihm richtig herauskitzeln können. Das, was nach SAG Award, Golden Globe, Bambi und BAFTA auf ihn eingeprasselt ist, kann glaube ich keiner von uns nachvollziehen. Dennoch war er auch auf dieser Veranstaltung äußerst freundlich, zuvorkommend und nicht müde, Interviews zu geben. Und dazu muss man sagen, er war noch keine Sekunde auf der Veranstaltung, als schon ein riesiger Schwarm an Fernsehteams auf ihn niederschoss. Hut ab!

IMG_4037Und nochmals, ich bin mir bei keinem Oscar der vergangenen Jahre so sicher gewesen, wie bei dem von Christoph Waltz. Nicht wegen des ganzen Hypes, sondern wegen seiner unglaublichen schauspielerischen Leistung. Jede andere Entscheidung wäre lächerlich und für mich nicht nachvollziehbar. Einziger Gegner ist Christopher Plummer. Sein Oscar wäre aber eine dieser klassischen Auszeichnungen der Academy, nach dem Motto, wir haben es bisher versäumt, jetzt wird der großartige Charaktermime 80 Jahre alt und wir müssen ihn schnell noch mal ehren. Schade für Christopher Plummer.

Morgen geht’s weiter.

Bis dahin,

Liebe Grüße aus Hollywood.

Euer Steven Gätjen

Gestern wurden in Berlin wieder einmal ECHOs verliehen. Abgesehen davon, dass sie den (gemessen an genau defininerten Verkäufen) erfolgreichsten Musikkünstlern des deutschen Musikmarktes überreicht werden, ist der deutsche Musikpreis ECHO der Versuch, internationalen Flair in die deutsche Musikszene zu bringen. Mit den beiden Moderatoren Sabine Heinrich und Matthias Opdenhövel gelang das weniger. Mit Live-Gästen wie Robby Williams, Sade und Rihanna schon eher. Hier eine Übersicht über die wichtigsten Gewinner:

Kategorie “Künstler National Rock/Pop” - Xavier Naidoo

Kategorie “Künstlerin National Rock/Pop” - Cassandra Steen

Kategorie “Künstler International Rock/Pop” - Robbie Williams

Kategorie “Künstlerin International Rock/Pop” - Lady Gaga 

Kategorie “Gruppe National Rock/Pop” - Silbermond

Kategorie “Album des Jahres National/International” - Peter Fox